Über die Euroregion

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Über die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA

AVerON - Karte - DE-PL - 2015

Die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA ist eine der vier Euroregionen entlang der deutsch-polnischen Grenze. Benachbarte Euroregionen sind die Euroregion POMERANIA im Norden und die Euroregion Spree-Neisse-Bober und die Euroregion Neiße-Nisa-Nysa im Süden.

 

 

Lage im Raum

Die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA liegt im Osten des Bundeslandes Brandenburg auf der deutschen Seite und im nördlichen Teil der Wojewodschaft Lubuskie auf der polnischen Seite. Geographisch erstreckt sie sich zwischen den Metropolen Berlin im Westen, Szczecin im Norden und Poznań im Osten.

Beide Teile der Euroregion werden durch den Strom Oder miteinander verbunden, die auf der Länge von rund 150 km ein prägendes Merkmal der Region bildet. Die Mitte der Oder bildet gleichzeitig die deutsch-polnische Grenze. Die Ausdehnung der gesamten Euroregion PRO EUROPA VIADRINA in ihrer Nord-Süd-Achse beträgt ca. 120 km und in der Ost-West- Ausrichtung beziffert sie sich auf rund 160 km.

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Fläche

Die Gesamtfläche der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA beträgt aktuell rund 10.200 km², davon 5.700 km² auf der polnischen und 4.500 km² auf der deutschen Seite.
Somit macht der deutsche Teil der Euroregion ca. 15% der Fläche des Bundeslandes Brandenburg und der polnische Teil ca. 41% der Fläche der Wojewodschaft Lubuskie aus.

 

Administrative Gliederung

Die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA umfasst auf polnischer Seite ein Gebiet, das aus insgesamt 28 Gemeinden der Wojewodschaft Lubuskie besteht, die in 5 Landkreisen zusammengeschlossen sind. Unter diesen 28 Gemeinden befinden sich 13 städtisch-ländliche Gemeinden und 13 ländliche Gemeinden sowie eine Stadtgemeinde und eine kreisfreie Stadt.

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Das Gebiet auf der deutschen Seite setzt sich aus der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) sowie den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree zusammen. Beide Landkreise bestehen aus insgesamt 13 Ämtern, 12 amtsfreien Gemeinden und 12 Städten.
Die detaillierte Darstellung der administrativen Gliederung der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA spiegelt die im Folgenden abgebildete Übersichtskarte wider.

 

Natur und Landschaft

Natur und Landschaft der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA sind durch eine bemerkenswerte Vielfalt und eine teilweise europaweite Bedeutung gekennzeichnet, so dass ein großer Teil der Fläche einen Schutzstatus genießt. Im Folgenden werden Großschutzgebiete aufgeführt, die vollständig oder zu einem großen Teil innerhalb der Euroregion liegen:

  • Nationalpark und Landschaftsschutzpark Ujscie Warty (28.500 ha)
  • Nationalpark Drawienski (11.300 ha)
  • Landschaftsschutzpark Barlinecko-Gorzowski (23.900 ha)
  • Landschaftsschutzpark Krzesinski (8.500 ha)
  • Landschaftsschutzpark Łagowsko–Sulęciński (5.000 ha)
  • Landschaftsschutzpark Pszczewski (12.200 ha)
  • Naturpark Dahme–Heideseen (59.000 ha)
  • Naturpark Märkische Schweiz (20.400 ha)
  • Naturpark Schlaubetal (22.500 ha)

Des Weiteren ragen folgende, weitere Großschutzgebiete in die Euroregion geringfügig hinein bzw. grenzen unmittelbar an sie an:
  • Nationalpark Unteres Odertal (10.600 ha)
  • Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (130.000 ha)
  • Biosphärenreservat Spreewald (47.500 ha)
  • Landschaftsschutzpark Cedynski (30.800 ha)
  • Landschaftsschutzpark Gryzynski (2.700 ha)

Neben den Großschutzgebieten existieren zahlreiche weitere, nach nationalem Recht geschützte Gebiete (z.B. Naturschutz-, Landschaftsschutzgebiete) und Natura-2000-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH), Specjalne obszary ochrony siedlisk (SOOS) und Europäische Vogelschutzgebiete (Special Protected Areas – SPA), Obszary specjalnej ochrony ptaków (OSOP)), die besonders in unmittelbarer Nähe der Oder grenzübergreifend und in einem direkten Zusammenhang für den Erhalt der Lebensgemeinschaften Bedeutung besitzen. So weist die Oder mit über 40 Fischarten eine herausragende Vielfalt auf, rasten alljährlich im Winter über 150.000 nordische Gänse im Warthebruch, die auch Rastplätze auf deutscher Seite nutzen.
Insgesamt sind auf ca. 35 – 40% der Gesamtfläche der Euroregion entsprechende Schutzgebiete ausgewiesen.

 

Bevölkerung

Insgesamt lebten 2011 in der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA 819.377 Einwohner. Mit 432.473 Einwohnern bildet die deutsche Seite der Euroregion einen Anteil von 17,33 % aller Einwohner Brandenburgs und 0,53 % Deutschlands. Die Bevölkerung des polnischen Teils der Euroregion macht mit 386.904 Bewohnern einen Anteil von 37,81 % aller Einwohner der Wojewodschaft Lubuskie und 1 % aller Einwohner Polens aus.

 

Zivilgesellschaft

In der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA kann bereits seit Jahrzehnten auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Vereinen und Verbänden zurückgeblickt werden. Der Beitritt Polens zur EU hat mit dem Wegfall der Grenzkontrollen den Weg auf die jeweils andere Seite so vereinfacht, dass der Besuch der jeweils anderen Seite mittlerweile als selbstverständlich betrachtet wird. Er beschränkt sich nicht nur auf den grenznahen Handel, sondern erstreckt sich auch umfänglich auf das gesellschaftliche Leben. Hierdurch konnten die Vorbehalte spürbar abgebaut werden.

Neben der Vielzahl an nicht messbaren Kontakten ist die jährlich steigende Anzahl an die durch die Europäische Union geförderten Begegnungsprojekten, die von beiden Trägervereinen der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA von der Ideenentwicklung und Antragsstellung über Umsetzung bis zur Abrechnung inhaltlich beraten, begleitet und betreut werden, ein deutlich wahrnehmbarer Ausdruck zunehmender Intensität in den Beziehungen zwischen den Menschen beider Seiten von Oder und Neiße.

 

Grenzübergreifende Zusammenarbeit

Seit der Gründung der Euroregion wurde die grenzübergreifende Zusammenarbeit deutlich intensiviert. In den letzten 20 Jahren wuchs das Engagement in kommunalen Einrichtungen und staatlichen Verwaltungen, Verbänden und sonstigen nichtstaatlichen Initiativen zur Initiierung und Etablierung grenzüberschreitender Begegnungen und Kooperationen. Die letzten Jahrzehnte brachten zahlreiche erfolgreich abgeschlossene Projekte hervor, aus denen eine Vielzahl fester Partnerschaften entstand. Hunderte verschiedener Akteure brachten in tausenden Begegnungsveranstaltungen zehntausende Menschen zusammen und trugen somit aktiv am gutnachbarschaftlichen Verhältnis zwischen Deutschen und Polen bei.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit betraf nicht nur die Gebietskörperschaften und Verwaltungen, sondern wurde auch durch die vielfältigen Aktivitäten von NGO`s wie z.B. Sportverbände, Anglervereine, Freiwillige Feuerwehren, von Arbeitgebervereinigungen, z.B. zwischen IHK Frankfurt (Oder) und West-IHK in Gorzów Wlkp., und Arbeitnehmervereinigungen, z.B. zwischen DGB Berlin-Brandenburg mit NSZZ Solidarność in Gorzów Wlkp., gepflegt und vertieft.

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Eine bedeutende Rolle bei der Initiierung der Zusammenarbeit spielten auch die Partnerschaften der polnischen und deutschen Landkreise. Zu nennen wäre dabei die Zusammenarbeit des Landkreises Märkisch-Oderland mit den Landkreisen Słubice und Gorzów Wlkp, sowie des Landkreises Oder-Spree mit den Landkreisen Sulęcin und Słubice. Regelmäßig finden deutsch-polnische Kulturveranstaltungen für unterschiedliche Alters- und Interessengruppen statt.


Gemeinden, Schulen und Vereine organisieren viele Sportveranstaltungen, Workshops, Seminare, Feste, Konzerte und andere Treffen, auf denen deutsche und polnische Bürger Erfahrungen austauschen, Aktivitäten umsetzen oder gemeinsam Erreichtes feiern.

Die Partnerschaft zwischen Städten oder Gemeinden haben häufig das Ziel, sich kulturell und wirtschaftlich, oft über Grenzen hinweg, auszutauschen. Im Gebiet der Euroregion haben viele polnische bzw. deutsche Städte und Gemeinden Partnerschaften begründet (vgl. Karte der Gemeindepartnerschaften). Diese Partnerschaften werden in vielfältiger Weise gelebt, durch Erfahrungsaustausch der Verwaltungen, über gemeinsame Volksfeste bis hin zur Konzeption und Umsetzung gemeinsamer technischer oder sozialer Infrastrukturen. Diese Begegnungen wurden seit ihrem Bestehen meist intensiviert und über die Jahre weiter ausgebaut.

Weitere Potentiale bietet der Erfahrungsaustausch auf Verwaltungsebene, der mit Unterstützung der Euroregion auf alle Fachbereiche ausgeweitet werden soll, um in allen Bereichen von den Kenntnissen der Nachbarn zu profitieren.