EU-Kommissar Serafin besucht die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA

Am 23.04. besuchte das Mitglied der Europäischen Kommission, der polnische Kommissar für Haushalt, Betrugsbekämpfung und öffentliche Verwaltung, Piotr Serafin, die Geschäftsstelle der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA in Frankfurt (Oder).

Teil der Delegation waren Joanna Sterzyńska-Lindberg, Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Wrocław, sowie Repräsentanten der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin.

Der EU-Kommissar Piotr Serafin wurde seitens der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA durch Sascha Gehm, Vorsitzender (1. Beigeordneter des Landkreises Oder-Spree) und Armand Adamczyk, stellv. Geschäftsführer des deutschen Trägervereins, gemeinsam mit Krzysztof Szydłak, Direktor des polnischen Trägervereins unserer Euroregion, willkommen geheißen.

Marzena Słodownik, Bürgermeisterin der Gemeinde Słubice sowie Sören Bollmann, Leiter des Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrums, wohnten erfreulicherweise dem Besuch bei und begrüßten den Kommissar ebenso in der Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice.

EU-Kommissar Piotr Serafin betonte zu Beginn des Gespräches seine Verbundenheit mit dem Grenzgebiet: „Die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA ist auch meine Euroregion! Als die Euroregion vor über 30 Jahren entstand, war ich einer der über 400 Tsd. Einwohner ihres polnischen Teils.“ Im Verlauf der Diskussion hob er die Bedeutung von Grenzregionen sowie die Notwendigkeit der Sicherstellung der finanziellen Unterstützung hervor: „Die Regionen – und insbesondere die Grenzregionen – sind für die Entwicklung der Europäischen Union von entscheidender Bedeutung. (…) Für mich bestehen keinerlei Zweifel daran, dass diese Dimension der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den Regionen, für die INTERREG das wichtigste Finanzierungsinstrument darstellt, Bestand haben wird. Ich hoffe, so steht es erstmal in meinem Entwurf des EU-Haushalts, dass das INTERREG-Budget auch etwas höher ausfallen wird als derzeit, denn aus Brüsseler Sicht sieht man ganz deutlich: Wenn wir nach Projekten suchen und solche finanzieren wollen, die einen europäischen Mehrwert schaffen, dann entsteht dieser europäische Mehrwert genau im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten, aber auch grenzübergreifend auf regionaler Ebene.

Sascha Gehm, Vorsitzender des deutschen Trägervereins der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA begrüßte den offenen Austausch mit Kommissar Serafin und machte deutlich, wie wichtig die EU für die Grenzregionen und die Grenzregionen für die EU sind: „Es war uns eine große Freude und Ehre, Herrn Kommissar Serafin in der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA begrüßen zu dürfen, mit ihm ins Gespräch zu kommen und dabei den alltäglichen Mehrwert von Europa in der deutsch-polnischen Grenzregion greifbar zu machen. (…) Es gibt hier unzählige grenzübergreifende Initiativen und Projekte in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, die nur dank der finanziellen Unterstützung der Europäischen Union möglich geworden sind. (…) Uns war es wichtig zu kommunizieren, welche Bedeutung die europäischen Fördermittel hier im Grenzraum haben und wir haben uns auch ganz stark dafür eingesetzt, dass diese Bedarfe gesehen und gehört werden. Denn die Ausstattung der INTERREG-Programme soll entsprechend der steigenden Bedarfe fortgesetzt werden, so dass hier, an der deutsch-polnischen Grenze, der europäische Zusammenhalt weiter aufrechterhalten bleibt.

Krzysztof Szydłak, Direktor des polnischen Trägervereins der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA, zeigte sich zuversichtlich im Hinblick auf die Unterstützung der Europäischen Union für die Grenzregionen: „Es war für uns ein sehr interessanter Austausch von Meinungen und Informationen, auch darüber, wie die Europäische Kommission die deutsch-polnische Grenzregion und die Ergebnisse der Zusammenarbeit in dieser Grenzregion sieht. Man kann sagen, dass das heutige Treffen für uns auch ein zusätzlicher Ansporn ist, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und weiterzuentwickeln, denn aus Sicht der Europäischen Kommission ist das, was wir hier tun, sehr wichtig, da es einen europäischen Mehrwert für die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union schafft. (…) Wir haben auch über den neuen Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union und die neue Förderperiode gesprochen, die sehr bald beginnen und für uns eine weitere Herausforderung darstellen wird, da damit auch die nächsten sieben Jahre der Umsetzung gemeinsamer deutsch-polnischer grenzüberschreitender Projekte auf uns zu kommen.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand, vor dem Hintergrund der zunehmenden deutsch-polnischen Verflechtung, die Vorstellung verschiedener grenzübergreifender Vorhaben in der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA, darunter auch das Projekt zur Etablierung von GrenzInformationsPunkten (GIP) sowie die Klein-Projekt-Fonds. Darüber hinaus konnte insbesondere die Bedeutung des grenzübergreifenden Jugendaustauschs sowie der Austausch zwischen lokalen und regionalen Behörden thematisiert werden.

Zudem wurde die Gelegenheit genutzt, mit dem Haushaltskommissar Serafin über die künftige Ausgestaltung des Interreg-Kooperationsprogramms im Rahmen des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) 2028-2034 zu sprechen. Dieser versicherte die Fortsetzung des Kooperationsprogramms.

Der Besuch in der Geschäftsstelle in Frankfurt (Oder) war Teil einer umfassenderen Reise des EU-Kommissars durch die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA. Im Anschluss nahm er im Collegium Polonicum in Słubice am Youth Policy Dialog mit Studierenden der Europa-Universität Viadrina sowie der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań teil. Heute besucht er im Rahmen der #BackToSchool-Initiative der EU seine ehemalige Schule in Sulęcin im polnischen Teil der Euroregion.

Es war uns große Freude, Piotr Serafin, der als gebürtiger Einwohner von Sulęcin bereits die Anfänge unserer Euroregion in den frühen 1990er Jahren miterlebt hat, nun in seiner Funktion als EU-Kommissar erneut bei uns begrüßen zu dürfen.

Besuch von EU-Kommissar Piotr Serafin in der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA am 23.04.2026 (Foto: Archiv Euroregion PEV)

Im Folgenden können Sie sich die Pressemitteilung als PDF-Datei herunterladen. 

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